Reinigung des Waschwassers eines Nahverkehrsfahrzeugs
Verkehrsbetriebe legen zunehmend Wert auf die Reinigung ihrer Fahrzeuge. Das anfallende Waschwasser muss vor der Einleitung in die öffentliche Kanalisation gereinigt werden. Unser Unternehmen hat ein Verfahren installiert, bei dem das Waschwasser zudem im Kreislauf geführt und wiederverwendet wird: Eingeleitet wird nur gereinigtes Wasser in vorschriftsgemäßer Qualität.
Der Waschprozess
Die Busse werden maschinell gewaschen. Wie in den bekannten Waschanlagen folgen auch hier verschiedene Programme aufeinander:
- Vorwäsche, Einweichen
- Spülen
- Chemiewäsche
- Spülen
- Trocknen
Parallel dazu kann eine Unterbodenwäsche erfolgen, die optional Teil des Waschprogramms sein kann. Das ablaufende Waschwasser kann – insbesondere bei Unterbodenwäsche – Öl, Ölemulsionen, tensidhaltiges Wasser und Schwebstoffe (Sand, Schlamm) enthalten, die vor der Einleitung in die Kanalisation entfernt werden müssen.
Die von uns realisierte Lösung spart Wasser, da ein Teil des gereinigten Wassers erneut zum Waschen verwendet werden kann. Die letzte Spülung erfolgt dabei stets mit Leitungswasser, und nur das nicht wiederverwendete gereinigte Wasser gelangt zum Kanalauslass.
Bilder von der Umsetzung
Die Fahrzeuge werden in einem sogenannten Waschkorridor gewaschen, den sie langsam durchfahren. Je nach Programm werden Aufbau und Unterboden gereinigt. Dafür werden ca. 200–400 l Wasser pro Fahrzeug benötigt, wovon 80–85 % Kreislaufwasser ist. Ein Teil des Waschwassers wird vom Fahrzeug ausgetragen, ein Teil verdunstet; die Ergänzung erfolgt mit Leitungswasser. Die Waschzeit je Fahrzeug beträgt etwa 2–3 Minuten, sodass je nach Programm bis zu 20 Fahrzeuge pro Stunde gewaschen werden können.
Bei der Planung berücksichtigte Schadstofffracht
| Bezeichnung | Wert |
| pH | 6–8 |
| CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) | 1000–2000 mg/dm³ |
| Lösemittelextrahierbare Stoffe (Öle, Fette) | 100–200 mg/dm³ |
| Schwebstoffe | 200–500 mg/dm³ |
Tabelle 1: Erwartete Qualität des zu behandelnden Abwassers
Geforderte Qualität des gereinigten Abwassers
Das die Reinigungstechnologie verlassende Wasser fließt vermischt mit Regenwasser in das im Hof errichtete Hebebecken, danach in das Regenrückhaltebecken und von dort über einen Kontrollpunkt in die öffentliche Kanalisation. Das gereinigte Abwasser wird im Kreislauf geführt: Nur der Überschuss wird eingeleitet, dessen Qualität die Grenzwerte für in die Kanalisation einleitbares Abwasser gemäß Anlage 2 der ungarischen Verordnung 28/2004 (XII. 25.) KvVM erfüllt.
| Bezeichnung | Grenzwert |
| pH | 6,5–10 |
| CSB | 1000 mg/dm³ |
| BSB₅ | 500 mg/dm³ |
| Lösemittelextrakt | 50 mg/dm³ |
| Gesamtstickstoff | 150 mg/dm³ |
| Mineralöle | 10 mg/dm³ |
| in 10 Minuten absetzbare Stoffe | 150 mg/dm³ |
Tabelle 2: Grenzwerte der relevanten Schadstoffe
Beschreibung der Abwasserreinigungstechnologie
Die Fahrzeuge werden in der Regel in der Abend- und Nachtschicht gewaschen; die Waschvorgänge beanspruchen maximal 8 Arbeitsstunden. Die hydraulische Kapazität der Wasserbehandlungsanlage wurde auf diesen Bedarf abgestimmt.
| Bezeichnung | Wert |
| Stündlicher Abwasseranfall | 12 m³/h |
| Tägliche Abwassermenge (bei 300 l je Fahrzeug und 200 Fahrzeugen pro Tag) | 60 m³/Tag |
| Täglicher Leitungswasserverbrauch | 9 m³/Tag |
| Tägliche Wasserrückführung | 51 m³/Tag |
| Berechneter Wasserverlust | 15% |
Tabelle 3: Abwasseranfall aus der Außenwäsche der Fahrzeuge
Abwasseranfall aus weiteren Quellen: Die Innenreinigung ergibt 0,5–0,8 m³/Tag, der Sammelschacht der Werkhalle 2–3 m³ je Entleerung bei vierteljährlicher Häufigkeit.
Für einen kontinuierlichen und sicheren Betrieb wurde eine kontinuierlich arbeitende, automatische Abwasserbehandlungsanlage mit einer Kapazität von Q = 12 m³/h errichtet.
Verfahrensfließbild der geplanten Lösung
Funktionsweise der Anlage
Das Waschwasser wird in einem unterirdischen Behälter mit V = 25 m³ gesammelt, dessen Bauform sowohl Sediment als auch Schwimmstoffe zurückhält – diese müssen gelegentlich abgesaugt werden. Die Verunreinigungen im Wasser werden durch Chemikaliendosierung entfernt: Das anorganische Koagulationsmittel vom Typ Polyaluminiumchlorid neutralisiert die an der Öl-Wasser-Kolloidgrenzfläche entstehende negative Ladung (Zetapotenzial), und die Schadstoffe adsorbieren an der Oberfläche der entstehenden Flocken mit großer spezifischer Oberfläche.
Zur Vergrößerung der Schlammpartikel wird ein Flockungsmittel dosiert, wodurch größere Flocken entstehen. Bei Bedarf wird in der zweiten Reaktorstufe Natronlauge pH-geregelt dosiert, damit der pH-Wert auch bei einer Versauerung des Abwassers im Grenzbereich von 6,5–9 bleibt.
Die bei der chemischen Behandlung entstehenden Flocken werden in Filtereinheiten mit Multimediaschüttung abgetrennt. Das behandelte Wasser gelangt vom Flockungsbehälter direkt auf den Sandfilter, von dort das gereinigte Wasser in den Sammel- und Speicherbehälter. Aus diesem speist die Hochdruckpumpe der Waschanlage – so erfolgt die Wiederverwendung des Wassers.
Erreicht der Füllstand im Reinwasserbehälter den Überlauf, wird das gereinigte Wasser in den an das Hofbecken angeschlossenen Ablauftrichter geleitet; auch der gelegentliche vollständige Wasserwechsel der Anlage gelangt auf diesem Weg in die Kanalisation. Steht im Speicherbehälter zu wenig gereinigtes Wasser für die Wäsche zur Verfügung, wird über eine Niveauschaltersteuerung Wasser aus dem Betriebswassernetz ergänzt.
Das Rückspülwasser der Sandfilter wird in einen Schlammeindicker geleitet, aus dem die Wasserphase durch automatisches Dekantieren entfernt wird; der Schlamm wird auf einer Kunststoff-Kammerfilterpresse entwässert.